„Unser Wald. Unsere Verantwortung.“ – Erst die Fakten, dann die Entscheidung
Eschau/Hobbach. Unsere Zukunft braucht neue und verlässliche Energieformen. Auch Windenergie kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Gerade bei Anlagen im Wald braucht es jedoch eine besonders sorgfältige Abwägung.
Beim Windenergieprojekt W38 „Häuschenshöhe“ steht für den Markt Eschau deshalb nicht die grundsätzliche Frage Windkraft im Mittelpunkt. Das Vorranggebiet ist ausgewiesen.
Die konkrete Frage lautet:
Soll die Gemeinde eigene Grundstücke und damit Flächen des Gemeindewaldes zur Verfügung stellen, um zusätzliche Windenergieanlagen zu ermöglichen?
Private Eigentümer entscheiden über ihre Grundstücke selbst. Beim Gemeindewald geht es dagegen um öffentliches Eigentum. Hier trägt die Gemeinde Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern und kommenden Generationen.
Nach bisherigen Angaben könnten bereits fünf bis sechs Windenergieanlagen auf privaten Flächen entstehen. Mit zusätzlichen kommunalen Grundstücken könnten es sieben bis acht Anlagen werden.
Genau deshalb muss klar sein: Was ermöglichen die Flächen des Marktes zusätzlich – und was erhält Eschau konkret dafür?
Auch die Auswirkungen auf Landschaft und Kulturgüter gehören offen auf den Tisch. In den Ausfertigungen des Regionalplans Bayerischer Untermain vom 9. Dezember 2025 wird als Ergebnis festgehalten: „Erhebliche negative Umweltauswirkungen auf das Schutzgut Landschaft und Kulturgüter sind zu erwarten.“
Diese Aussage schließt Windenergie an diesem Standort nicht aus. Sie zeigt aber deutlich, dass die Auswirkungen ernst genommen werden müssen. Dass erneuerbare Energien nach § 2 EEG bei Schutzgüterabwägungen ein besonderes Gewicht haben, beantwortet noch nicht die kommunalpolitische Frage, ob zusätzliche Anlagen an diesem Standort sinnvoll sind und der Markt Eschau dafür eigene Flächen zur Verfügung stellen sollte.
Rechtlich möglich heißt nicht automatisch kommunalpolitisch richtig.
Gerade beim Gemeindewald muss deshalb vor einer langfristigen Entscheidung klar sein, welche zusätzlichen Eingriffe entstehen, welche Verpflichtungen die Gemeinde eingeht und welchen konkreten Nutzen Eschau daraus hat.
Eine wichtige Gelegenheit zur Information und Diskussion bietet die Info-Veranstaltung am Donnerstag, 10. September 2026, um 10 Uhr in der Festhalle Hobbach.
Dort gehören die entscheidenden Fakten offen und nachvollziehbar auf den Tisch.
Unser Wald. Unsere Verantwortung.
Erst wissen, was die Entscheidung bedeutet. Dann abwägen. Dann entscheiden.