Eschau/Hobbach. Windenergieanlagen brauchen nicht nur Standorte und Zuwegungen. Der erzeugte Strom muss auch ins Netz gelangen. Deshalb gehören Kabeltrassen, Netzanschluss und das geplante Umspannwerk genauso zur Gesamtbetrachtung wie die Windenergieanlagen selbst.
In den öffentlich einsehbaren Standortdatenblättern der Regierung von Unterfranken findet sich dazu ein wichtiger Hinweis: Sowohl für W38 „Häuschenshöhe“ als auch für W40 „Agneshöhe“ wird der „Neubau Umspannwerk Eschau-Hobbach“ mit einer 110-kV-Anbindung an den Leitungszug Umspannwerk Trennfeld – Umspannwerk Aschaffenburg genannt.
Damit ist klar: Zum Ausbau der Windenergie in diesem Bereich gehört auch zusätzliche Netzinfrastruktur.
Nicht klar ist bislang, wo diese Infrastruktur konkret entstehen soll.
Die Bezeichnung „Eschau-Hobbach“ beantwortet noch nicht die entscheidende Frage nach dem tatsächlichen Standort. In den Standortdatenblättern ist weder ein konkreter Standort noch ein Suchraum für das geplante Umspannwerk ausgewiesen. Auch mögliche Trassenverläufe der notwendigen Netzanbindung sind dort nicht dargestellt.
Umso wichtiger ist die Frage, welche Varianten tatsächlich untersucht werden.
Liegt ein möglicher Standort tatsächlich im Bereich Hobbach? Oder werden Flächen näher an der bestehenden 110-kV-Leitung betrachtet – beispielsweise im Raum Eschau, Sommerau oder Eichelsbach? Welche Grundstücke könnten betroffen sein? Und auf welchem Weg sollen die Kabel von den Windenergieanlagen zum Netzanschluss geführt werden?
Dabei geht es nicht darum, einen Standort vorwegzunehmen. Es geht darum, transparent zu machen, welche Suchräume und Trassenvarianten geprüft werden und welche zusätzlichen Flächen dafür benötigt werden könnten.
Denn auch ein Umspannwerk und die dazugehörigen Leitungen benötigen Flächen, Zufahrten und langfristige Nutzungsrechte. Betroffen sein können private ebenso wie kommunale Grundstücke. Auch Auswirkungen auf Wald, Landwirtschaft, Landschaft und bestehende Infrastruktur gehören deshalb in die Gesamtbetrachtung.
Wo soll das Umspannwerk entstehen? Welche Trassen werden geprüft? Welche Flächen könnten zusätzlich betroffen sein?
Solange Standort, Trassenverläufe und Flächenbedarf nicht vollständig und transparent auf dem Tisch liegen, darf es aus meiner Sicht keine Vorfestlegung und keine selbstverständliche Flächenzusage der umliegenden Gemeinden gegenüber dem REW oder einem Projektierer geben.
Eine verantwortungsvolle kommunale Entscheidung setzt voraus, dass das gesamte Projekt bekannt ist – nicht nur die möglichen Windradstandorte.
Die Energiewende braucht leistungsfähige Netze. Aber sie braucht ebenso Transparenz, nachvollziehbare Planungen und verantwortungsvolle Entscheidungen vor Ort.
Eine wichtige Gelegenheit, auch diese Punkte anzusprechen, bietet die Info-Veranstaltung am Donnerstag, 10. September 2026, um 19 Uhr in der Festhalle Hobbach.
Auch diese Fragen gehören offen und nachvollziehbar auf den Tisch.
Unsere Netze. Unsere Verantwortung.
Erst wissen, wo und wie die Netzinfrastruktur entstehen soll. Dann abwägen. Dann entscheiden.
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